Erst wenn der Hahn kräht

Ein Mann sitzt im Garten und beobachtet seine Hühner. Er füttert sie, schimpft über ihre Dummheit, verfolgt ihre Fluchtversuche und wartet darauf, dass sie endlich das tun, was Hühner angeblich tun sollen. Eier legen. Doch aus dem alltäglichen Blick ins Gehege entwickelt sich ein Gedankenstrom, der immer weiter hinausführt.

Zwischen Futtertüte, Gartenzaun, Biotonne und Hühnerfriedhof geht es plötzlich um Freiheit und Gewohnheit, um Fürsorge, Verantwortung und die Zumutung, sich ständig um irgendetwas kümmern zu müssen. Die Hühner werden zu Gegenübern, Spiegeln und unfreiwilligen Lehrmeisterinnen. Während sie picken, glotzen, ausbrechen oder sterben, gerät die Ordnung des Nachmittags zunehmend ins Wanken.

„Erst wenn der Hahn kräht“ ist ein Solostück über einen Menschen, der den Hühnern zusieht und dabei immer tiefer in die eigenen Erinnerungen, Widersprüche und Lebensfragen gerät. Komisch, derb, zärtlich und philosophisch, ohne je den Boden unter den Füßen ganz zu verlieren.

Am Ende bleibt eine einfache, unbequeme Frage: Wer sitzt eigentlich im Gehege – die Hühner oder der Mensch?

Die Familie Meyerbrink

Wann?

18.09.,19.09.,20.09.2026
jeweils um 19:30 Uhr

70 Min. ohne Pause

 

Wo?

Zunfthalle zum Ochsenhof, Seegasse 29, Bad Windsheim

 

Es spielt:

Levent Özdil als: Er/Sie/Es

Levent Özdil ist professioneller Schauspieler, Regisseur, Theaterleiter, Stückeschreiber, Filmemacher und Trainer. Er bewegt sich zwischen Bühne, Kamera, Probenraum und Seminarhotel und arbeitet mit Schauspielerinnen und Schauspielern ebenso wie mit Führungskräften bei Aldi, Siemens und dem Weißen Ring.

Seine Arbeit verbindet Präsenz, Menschenkenntnis, Humor und die Lust an Verwandlung. Mal entwickelt er Figuren, mal Inszenierungen, mal ganze Bühnenwelten – und manchmal bringt er Menschen dazu, auf eine Weise aufzutreten, die ihnen selbst bislang verborgen war.

In diesem Stück erlebt man ihn in seiner Lieblingsrolle: als Schauspieler. Als einen Darsteller, bei dem Fiktion und Leben so eng ineinandergreifen, dass irgendwann kaum noch zu erkennen ist, wo die Figur endet und der Mensch beginnt.

Ein Mann mit vielen Rollen, Berufen und Identitäten, der sich gerade deshalb ungern auf eine einzige festlegen lässt.

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