Was liegt in den Dingen, die wir aufheben? In den Büchern, die wir von Generation zu Generation weitergeben — auch wenn niemand genau erklärt warum?
Marie, eine Jugendliche im Jahr 2026, hilft ihrer Familie beim Ausräumen des alten Hauses ihrer Großmutter Hildegart. Was zunächst wie eine lästige Pflicht wirkt, wird zu einer unerwarteten Begegnung — mit einer verstaubten Truhe, einem handgeschriebenen Tagebuch und einem erschreckend sachlichen Protokoll. Windsheim, 1596.
Und plötzlich sind sie da: Barbara, Anna, Chatarina. Frauen, die einst auf demselben Pflaster gelebt haben, auf dem Marie heute zur Schule geht. Frauen, die Suppe kochten, Kinder großzogen, Böden schrubbten — und die dafür auf den Scheiterhaufen kamen. Nicht weil sie schuldig waren, sondern weil eine Gesellschaft in Angst jemanden brauchte, auf den sie zeigen konnte.
„Stimmen der Asche“ erzählt zwei Geschichten gleichzeitig — und lässt sie langsam, unausweichlich ineinanderfließen. Was zunächst wie ein Fund aus längst vergangener Zeit wirkt, gewinnt eine Dringlichkeit, die Marie nicht mehr loslässt.
Von der Autorin Lena Schneller in Bad Windsheim entwickelt, hat das Stück eine besondere lokale Dimension: Die Hexenprozesse, die hier auf der Bühne verhandelt werden, haben tatsächlich stattgefunden. Die Namen, die am Ende eingeblendet werden, sind keine Erfindung. 22 Frauen. Echte Namen. Echte Schicksale.
Ein historisches Stück, das sich anfühlt wie Gegenwart.