Jetzt hör’n Se mal zu!

Christian Glowatzki spielt

Klavierabend der Klassik

Wer im März den Klavierabend der Romantik erlebt hat, erinnert sich vermutlich an Alfred, den Bühnenarbeiter. Den Mann, der eigentlich nur helfen sollte, damit alles läuft. Und der dann plötzlich den Pianisten vertreten musste.

Am 4. Dezember 2026 wird die Sache nun gewissermaßen offiziell. Alfred darf Pause machen. Der Musiker und Komponist Christian Glowatzki nimmt selbst am Klavier Platz.

Und wenn Christian Glowatzki sagt „Jetzt hör’n Se mal zu!“, dann klingt das nach Berliner Schnauze, nach trockenem Witz und nach einem Mann, der weiß, wovon er spricht. Oder besser gesagt, wovon er spielt.

Im Ochsenhof Bad Windsheim führt er das Publikum in die Welt der Klassik ein. In jene Zeit, in der Haydn, Mozart und Beethoven die Musik veränderten und neben ihnen unzählige Komponisten wirkten, deren Namen heute kaum noch jemand kennt. Es geht um die zweite Hälfte des 18. Jahrhunderts, um den Abschied vom barocken Klanggeflecht, um Melodie, Form, Witz, Dramatik und um Musik, die bis heute erstaunlich frisch wirkt.

Das klingt nach Musikgeschichte. Ist es auch. Aber nach einer Sorte, bei der man wach bleibt.

Christian Glowatzki erzählt, erklärt und spielt. Er springt von damals nach heute, von Haydn zu Ostberliner Punkbands, von Beethoven zu eigenen Stücken, von der Sonatenhauptsatzform zu Anekdoten, bei denen man sehr schnell merkt, dass diese großen Komponisten nicht als Marmorbüsten geboren wurden. Sie waren Menschen. Begabt, schwierig, komisch, launisch, genial und gelegentlich offenbar schwer zu ertragen.

Beethoven zum Beispiel. Fast taub, aber nicht taub genug, um einen falschen Ton zu überhören. Eine Sängerin soll sich einmal empört haben, dass Beethoven zwar kaum noch hören konnte, aber trotzdem sofort merkte, wenn sie falsch sang. Genau da wird Klassik interessant. Da ist auf einmal nichts mehr glatt poliert. Da geht es um Temperament, Eitelkeit, Wut, Witz, Größe und eine Menge Leben.

Und weil es um Mozart, Haydn und die Zeit der gepuderten Köpfe geht, darf auch eine Perücke nicht fehlen. Ob sie dem Verständnis der Klassik dient oder einfach nur sehr gut aussieht, wird sich zeigen. Vermutlich beides.

Christian Glowatzki als Alfred

„Jetzt hör’n Se mal zu!“ ist ein Klavierabend für Menschen, die klassische Musik lieben. Und für Menschen, die bisher dachten, Klassik wäre nichts für sie. Für alle, die wissen wollen, warum diese Musik nach über zweihundert Jahren noch immer nicht totzukriegen ist.

Sie erleben ein Klavier, einen echten Potsdamer mit Berliner Schnauze und ein paar sehr große Komponisten, die an diesem Abend erfreulich menschlich werden.

Und die ziemlich angenehme Erkenntnis, dass Klassik mehr Biss, mehr Witz und mehr Gegenwart hat, als man ihr manchmal zutraut.

Freitag, 4. Dezember 2026

Ochsenhof Bad Windsheim

Auftrittsort ist die Zunfthalle am Ochsenhof, Seegasse 29,
91438 Bad Windsheim

Termin: 04. Dezember 2026
Beginn: 19:30 Uhr
Kosten: 15,- €
Erm. für Vereinsmitglieder: 12,-€

Vortrag und Musik:

Christian Glowatzki

Christian Glowatzki,
Komponist, selbständiger
Musiklehrer, Chorleiter

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